Wall Street Close - Do, 23.7.26

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Wall Street Close - Do, 23.7.26
(Quelle: Eigenes Foto)

KI-Euphorie erhält einen ernsthaften Dämpfer - die US-Börsen erlebten gestern ihren schwächsten Handelstag seit Monaten. Der Auslöser war weniger die Berichtsaison selbst als die Erkenntnis, dass die grössten Technologieunternehmen ihre ambitionierten KI-Investitionen zunehmend mit sinkenden Cash Flows finanzieren müssen. Der eigentliche Schock kam von Alphabet: Alphabet meldete mit minus USD 5.9 Mia. erstmals seit dem Börsengang im Jahr 2004 einen negativen freien Cash Flow. Finanzchef Anat Ashkenazi erklärte, dass der freie Cash Flow wegen der massiven KI-Investitionen vorerst unter Druck bleiben werde. Gleichzeitig - wie gestern berichtet - erhöht Alphabet seine Investitionsausgaben (Capex) für 2026 auf USD 205 Mia. Die Mag7 Unternehmen verloren am gestrigen Handelstag rund USD 890 Mia. an Börsenwert. Das ist der grösste eintägige Wertverlust seit den Turbulenzen nach den Zollankündigungen im April 2025. Die Märkte stellen zunehmend die Frage, ob die enormen KI-Investitionen den künftigen Ertrag rechtfertigen (Quelle: Wall Street Journal, 23.7.26). Mike O’Rourke, Chef-Marktstratege bei Jones Trading, sagt es sehr deutlich: «Investoren befürchten zunehmend, dass diese Unternehmen dabei sind, einige der erfolgreichsten und investorenfreundlichsten Geschäftsmodelle der Börsengeschichte zu zerstören» (Quelle: Wall Street Journal, 23.7.26).

 

Heute Morgen: Nikkei -2.8%, KOSPI -5.7% (Quelle: Yahoo Finance, 24.7.26, 05.35h)

 

  • Die Indizes: Dow -1.0%, S&P500 -1.2%, Nasdaq -2.2%
  • Rendite 10-j. US-Staatsanleihe: 4.71%, +0.04%
  • VIX-Volatilität 18.7
  • Advance-/Decline-Line (NYSE): 779 steigende vs. 2’004 fallende Kurse 
  • DXY 101.45 - technische Support-/Widerstandslinie bei 99, USDCHF 0.8170
  • Invesco ETF S&P gleichgewichteter Index (Ticker: RSP): -0.4%

 

Gleichzeitig belastete die Eskalation im Nahen Osten die Stimmung zusätzlich. Die Huthi-Rebellen griffen laut Berichten saudische Öltanker im Roten Meer an. Brent-Öl stieg erstmals seit zwei Monaten wieder über USD 100 (akt. 101.05, Quelle: CNBC).

Damit erhöht sich der Inflationsdruck und Notenbanken könnten zu einer restriktiveren Geldpolitik gezwungen werden. Ian Solis, Data Analyst bei Wood Mackenzie, warnt davor, dass neben der Strasse von Hormuz nun auch die Meerenge von Bab al-Mandeb zu einem strategischen Engpass für den weltweiten Öltransport werden könnte.

Nebenbei: Neue Zolldrohungen durch die USA sind für das Marktgeschehen auch nicht förderlich.

📅 Heute:

American Express, NextEra, SLB, Verizon

 Mit den besten Grüssen und einen guten Freitag wünscht,

Patrick Loser


Wichtiger Hinweis: 

Die Inhalte in den Mailings «From the desk of ...», «Desk Alert» sowie «Wall Street Close» stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Es handelt sich um allgemeine Marktkommentare und persönliche Einschätzungen ohne Berücksichtigung individueller Anlageziele, finanzieller Verhältnisse oder Risikoprofile. Anlageentscheide erfolgen ausschliesslich auf eigene Verantwortung. Die Informationen ersetzen keine individuelle Beratung durch zugelassene Finanzdienstleister. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität wird keine Gewähr übernommen. Vergangene Entwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Es werden keine Renditeversprechen abgegeben. Der Anbieter erbringt keine Finanzdienstleistungen im Sinne des Finanzdienstleistungsgesetzes (FIDLEG), insbesondere keine Anlageberatung oder Vermögensverwaltung. Das Angebot richtet sich nicht an US-Personen im Sinne der US-Wertpapiergesetze. Allfällige Buchabbildungen dienen ausschliesslich der inhaltlichen Referenz im Rahmen der jeweiligen Besprechung.