The Top Five regrets of the Dying

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The Top Five regrets of the Dying

Die australische Autorin und ehemalige Palliativpflegerin Bronnie Ware hat internationale Bekanntheit erlangt durch ihre Arbeit mit sterbenden Menschen, die sie in den letzten Wochen ihres Lebens begleitete. Sie stellte fest, dass sich bestimmte Lebensthemen und Reuepunkte immer wieder wiederholten. Ihre Beobachtungen veröffentlichte sie im weltweit erfolgreichen Buch aus dem Jahr 2012 (Quelle: Bronnie Ware, The Top Five Regrets of the Dying, 2012)

Bronnie Ware, geboren 1967 in Sydney, lebt heute in ländlichen Gegenden Australiens, nach verschiedenen Angaben in der Region von New South Wales. Sie betont regelmässig, dass sie ein einfaches Leben fernab der Grossstädte bevorzugt.

Die fünf häufigsten Dinge, die Menschen am Lebensende bereuen:

  1. Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben und nicht das Leben, das andere von mir erwartet haben.
  2. Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.
  3. Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken.
  4. Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden besser gepflegt.
  5. Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein.

    Der zweite Punkt ist interessant. Viele Menschen bereuen laut Ware nicht, zu wenig gearbeitet zu haben, sondern dass sie Beruf und Karriere oft über Familie, Freundschaften und persönliche Erlebnisse gestellt haben. Ihre Beobachtungen werden häufig in Diskussionen über Lebensqualität, Erfolg und die Bedeutung von Vermögen zitiert.

    Die fünf Erkenntnisse werden oft verkürzt wiedergegeben. Eigentlich stecken dahinter tiefere Themen:

    1. Den Mut haben, das eigene Leben zu leben
    Dies war laut Ware die häufigste Reue. Viele Menschen erkannten erst am Lebensende, dass sie einen grossen Teil ihres Lebens damit verbracht hatten, Erwartungen anderer zu erfüllen. Eltern, Arbeitgeber, gesellschaftliche Normen oder finanzielle Ziele bestimmten ihren Weg. Nicht wenige hatten beruflichen Erfolg erreicht, aber persönliche Träume aufgegeben.

    2. Nicht so viel arbeiten
    Besonders Männer ihrer Generation nannten diesen Punkt häufig. Sie bereuten nicht harte Arbeit an sich, sondern dass sie wichtige Jahre mit Partnern, Kindern oder Freunden verpasst hatten. Viele stellten fest, dass zusätzlicher beruflicher Erfolg die verlorene Zeit nicht zurückbringen konnte.

    3. Gefühle ausdrücken
    Viele Menschen unterdrückten Konflikte, Liebe, Dankbarkeit oder Enttäuschungen, um Harmonie zu bewahren. Rückblickend bereuten sie, Dinge nie ausgesprochen zu haben. Ware beschreibt, dass unausgesprochene Gefühle oft zu Verbitterung oder Distanz führten.

    4. Freundschaften pflegen
    Am Lebensende spielte beruflicher Status praktisch keine Rolle mehr. Dagegen wurden alte Freundschaften als enorm wertvoll empfunden. Viele bereuten, Kontakte über Jahrzehnte vernachlässigt zu haben.

    5. Sich erlauben, glücklich zu sein
    Dieser Punkt überraschte Ware selbst am meisten. Viele Menschen erkannten erst spät, dass Glück nicht primär von äusseren Umständen abhängt. Sie hatten Gewohnheiten, Ängste oder Erwartungen nie hinterfragt und sich selbst daran gehindert, zufriedener zu leben.

    Für mich ist die eigentliche Erkenntnis hinter dem Buch weniger romantisch als oft dargestellt wird: Fast keine Reue betrifft Geld, Karriere, Prestige oder Status. Die meisten Reuepunkte drehen sich um Beziehungen, Selbstbestimmung, Zeit und persönliche Erfüllung. Das macht das Buch auch für erfolgreiche Unternehmer, Investoren oder Führungskräfte interessant. Es erinnert daran, dass Menschen am Ende ihres Lebens selten bereuen, zu wenig gearbeitet zu haben, wohl aber, die falschen Prioritäten gesetzt zu haben.

    (Quelle: Bronnie Ware, The Top Five Regrets of the Dying, Hay House, 2012).