Neue Perspektiven: Marktanalysen, Einschätzungen & der Start von FromTheDeskOf.ch

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Neue Perspektiven: Marktanalysen, Einschätzungen & der Start von FromTheDeskOf.ch
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… ein freundlicher Wochenabschluss, trotz negativem University of Michigan Index und leicht steigenden US-Zinsen. Vielleicht atmeten die US-Märkte auf, weil einmal mehr in letzter Minute ein Regierungsstillstand abgewendet werden konnte

Aufgefallen:

  • letzten Freitag hatten der Nasdaq und der S&P500 ihren besten Tag seit anfangs November 2024 – alle wichtigen US-Indices zeigten aber trotzdem einen Wochenverlust (Quelle: Barron’s) 
  • der Verbraucher-Stimmungsindex der University of Michigan ging im März den dritten Monat in Folge zurück, während die Inflationserwartungen für das kommende Jahr auf den höchsten Wert seit November 2022 stiegen (Quelle: WSJ) LOP: Eine schwierige Aufgabe für Powell – er hat mit sinkendem Wirtschaftswachstum und einer hartnäckigen Inflation zu kämpfen
  • sowohl der Nasdaq wie auch der S&P500 haben 10% von ihrem jeweiligen Höchststand korrigiert und sind damit offiziell in einer Korrektur. Das ist die erste Korrektur im S&P500 seit 2023. Der S&P500 hat seit seinem Höchststand vom 19.2.2025 rund USD 5'300 Mia. Marktwert verloren (Quelle: Barron’s)

«Bärenmärkte» bezeichnen Verluste von mehr als -20%. Sie folgen meist, aber nicht immer, auf Rezessionen oder eine steigende Inflation. Seit 1928 gab es 27 Bärenmärkte im S&P500. In der Nachkriegszeit wurden sie seltener, weil die Wirtschaft diversifizierter und resilienter wurde. Seit 2009 gab es zwei Bärenmärkte – die Eurokrise 2011 und während des Lockdowns zwischen 2020 und 2022.»


Geschätzte Investorin, geschätzter Investor

Heute mit zwei etwas längeren Einschätzungen von renommierten Finanzmarktexperten:

  • Mike Wilson, Chef-Stratege US-Aktien bei Morgan Stanley, ein prominenter Gast in den Finanzmedien
  • Danielle DiMartion Booth, die Fed-Insiderin, Gründerin QI Research, mit ihrer etwas anderen Einschätzung zur Inflation

News aus den Finanzmedien 📰

  • Investment Banken passen ihre Prognosen an: Goldman Sachs erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Rezession von 15% auf neu 20% (Quelle: Goldman Sachs) und Morgan Stanley senkt die BIP Prognose für die USA auf 1.5% für 2025 und auf 1.2% für 2026. Gleichzeitig erhöht die Bank ihre Inflationsprognose für 2025 auf 2.5%, da neue Zölle die Preise ansteigen lassen. Dies könnte zu einer Stagflation führen (Quelle: Morgan Stanley)
  • die Outperformance von Europa gegenüber den USA setzt sich fort. Der deutsche DAX hat den amerikanischen S&P500 in den letzten fünf Jahren währungsbereinigt um fast 20% übertroffen. Der grösste Teil der Outperformance stammt aus diesem Jahr
  • Ed Yardeni, Yardeni Research, sieht die steigende Gefahr einer Stagflation (Stagnierende Wirtschaft bei gleichzeitig erhöhter Inflation). Yardeni «the longtime market bull» senkt das Jahresendziel für den S&P500 auf 6'400 per Jahresende, akt. Stand 5’639 (Quelle: Barron’s)
  • Kevin O’Leary (Investor, «Shark Tank”) unterstützt Trumps Strategie. Allerdings bleibt offen, ob eine «schlankere» Regierung tatsächlich effizienter funktioniert (Quelle: WSJ)

Einschätzung von Mike Wilson, US-Aktienstratege für Morgan Stanley (Quelle: Morgan Stanley) – etwas ausführlicher

  • US-Aktienmärkte sind überverkauft wie seit 2022 nicht mehr. Wilson erwartet eine kurzfristige Erholung. Die 200-Tage-Durchschnittslinie ist nun aber Widerstand.
  • die aktuelle Marktkorrektur wurde nicht nur durch neue Zölle und geopolitische Unsicherheiten verursacht, sondern auch durchhohe Bewertungen des Aktienmarktes  (gelbe Linie) und gleichzeitig  negative Revisionen der Gewinnerwartungen (blaue Linie).  (LOP: gelbe Linie – US-Aktien sind in den Jahren 2023 und 2024 sehr stark gestiegen, Gewinne der Unternehmen konnten nicht mithalten (blau), damit wurde der Markt sehr teuer, z.B. gemessen am KGV bzw. P/E

Graphik: Gewinnprognosen werden nach unten revidiert (blaue Linie) – (Quelle: Morgan Stanley)

  • steigendes US-Defizit belastet den Bond-, aber auch den Aktienmarkt
  • die Fed könnte Zinsen später im Jahr senken, aber erst, wenn der Arbeitsmarkt oder die Kreditmärkte schwächeln – was aber auch negativ für Aktien wäre
  • Handlungsempfehlung: Technische Erholung realistisch, Vorsicht ist aber geboten, Bullenmarkt eher unwahrscheinlich, zuerst müssen sich die fundamentalen Daten verbessern, Wilson empfiehlt den Fokus auf qualitativ hochwertige Blue Chips (Quelle: Morgan Stanley)

Interview Ed D’Agostino, Mauldin Economics mit Danielle DiMartino Booth, Gründerin von QI Research.

DiMartino Booth ist seit Jahrzehnten sehr nahe bei Fed-Verantwortlichen und vertritt eine etwas andere Meinung zum Thema Inflation: 

  • die Inflation ist vorbei, die Angst aber bleibt, falsche Wahrnehmung der Menschen wird durch Medienberichte und Marktakteure verstärkt. Jerome Powell konzentriert sich nun auf marktbasierte Kerninflationsdaten, die zeigen, dass die Inflation unter 2% gefallen ist
  • am Wohnungsmarkt sinken die Mieten, 47 % neuer Wohnungen wurden im letzten Quartal nicht vermietet – ein Überangebot drückt die Mietpreise
  • der Arbeitsmarkt ist schwächer als angenommen, die Arbeitswoche ist mit 34,1 Stunden so kurz wie seit 2009 nicht, die Löhne stagnieren, Entlassungen nehmen zu
  • der durchschnittliche Verbraucher hat eine schwache Kaufkraft, 49.7% des US-Konsums stammen von den reichsten 10% der Amerikaner, solange Aktien steigen, bleibt ihr Konsum stabil

Fazit:  „Trade the narrative, but own the truth.“ Medien und Märkte spielen oft ein falsches Narrativ. Anleger sollten auf echte Daten schauen, nicht auf Schlagzeilen hören. Die USA könnten bereits auf dem Weg in eine Rezession sein – auch wenn es politisch nicht offen zugegeben wird.

  • warum nachts die Sorgen kommen – und was hilft. Probleme scheinen in der Nacht zehnmal so schlimm. Schlafforscherin Christine Blume, Universität Basel sagt: Nachts gebe es kaum Ablenkung und man kann mit niemandem sprechen. Schlechter Schlaf befeuert Ängste. Ein TippRuhiges Einatmen, noch langsamer ausatmen, kann helfen. Nach 20 Minuten Rumliegen sollte man Aufstehen. Man muss die Gedankenspirale unterbrechen und aufstehen. Man sollte einer Tätigkeit nachgehen, die einem guttut und für die man tagsüber keine Zeit hat. Ein weiterer Tipp: Am Abend vor dem Einschlafen ein paar Gedanken auf Papier festhalten, z.B. die To-do-Liste für den kommenden Tag notieren (Quelle: FAZ)

Diese Woche 📆

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Fed-Zinsentscheid und Presser mit Powell, SNB-Zinsentscheid

Mo: Ind.Produktion (China), Detailhandel (US)

Di: ZEW (D), Ind.Produktion (US),

Mi: Fed-Sitzung (US), Bk of Japan Zinsentscheid

Do: SNB-Zinsentscheid, Bk of England Zinsentscheid, Zahlen FedEx, Micron Tech (US)


Quotes

  • Jeder kann nicht machen was er will!» Hans Krüsi (1920-1995), Blumenverkäufer und Maler naiver Kunst
  • «Wenn du nichts hast, dann musst du aus dem Nichts etwas machen.» Krüsi begann ohne Mittel und schuf seine Kunst oft auf gefundenen Materialien wie Karton oder Zeitungspapier, sein Werk wurde erst spät anerkannt und zählt zur Art Brut
  • “Volatility creates opportunity!” Matt McAleer, President Cumberland Advisors
  • When the facts change, I change my mind. What do you do, Sir?” John Maynard Keynes, 1883-1946, Britischer Ökonom, Politiker und Mathematiker

Mit den besten Grüssen, einen guten Wochenstart und danke für Ihre Unterstützung der neuen Homepage,

Patrick Loser