Wall Street Close - Do, 1.10.26
Der Bondmarkt bleibt im Fokus der Investoren - erst recht vor den heutigen US-Arbeitsmarktdaten. Die US-Aktien starteten dennoch leicht positiv ins vierte Quartal. Bei den Anleihen sorgte der gestrige Handelstag für etwas Entspannung. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen erreichte zunächst mit knapp 5.34% den höchsten Stand seit 24 Jahren, fiel dann aber auf 5.24%. Damit endete eine Serie von sieben Handelstagen mit steigenden Renditen.
Der eigentliche Belastungsfaktor bleibt die Energie. Brent stieg um 4.4% auf USD 102.3 je Fass (akt. USD 102.54). Obwohl der Tankerverkehr durch die Strasse von Hormus wieder nahe am Vorkriegsniveau liegt, bleiben die Lieferketten angespannt. J.P.Morgan schätzt, dass die Exporte raffinierter Produkte wie Benzin, Diesel und Kerosin noch rund 40% unter dem Vorkriegsniveau liegen. Die Transportkosten bleiben massiv erhöht. Eine Tankerfahrt vom Nahen Osten nach China kostet zeitweise USD 35 je Fass gegenüber weniger als USD 7 vor Kriegsbeginn. Arend Kapteyn, Chefökonom bei UBS IB, weist deshalb darauf hin, dass für die Notenbanken nicht allein der Rohölpreis entscheidend ist. Hinzu kommen: Raffinierte Produkte, hohe Staatsdefizite, umfangreiche KI-finanzierte Unternehmensanleihen und eine robuste Wirtschaft. Brian Szytel von der Bahnsen Group beobachtet nun insbesondere die Credit Spreads, die aber weiterhin nahe historischen Tiefständen notieren. Eine deutliche Ausweitung wäre ein wichtiges Signal dafür, dass die höheren Zinsen auf die Finanzierungsbedingungen durchschlagen.
Heute: Nikkei -0.9%, KOSPI +0.1% (Quelle: Yahoo Finance, 05.15h)
- Die Indizes: Dow +0.0%, S&P500 +0.2%, Nasdaq +0.0%
- Sektoren - best/worst: Energie +2.0%, Gesundheit -1.3%
- Rendite 10-j. US-Staatsanleihe: 5.24%, -0.05%
- VIX-Volatilität 16.4
- Advance-/Decline-Line (NYSE): 1’579 steigende vs. 1'175 fallende Kurse
- DXY 102.0 - technische Support-/Widerstandslinie bei 99.1, USDCHF 0.8312
- Invesco ETF S&P gleichgewichteter Index (Ticker: RSP): +0.8%
📅 Heute:
... richtet sich der Blick auf den US-Arbeitsmarktbericht für September. Erwartet werden 84'000 neue Stellen nach 162'000 im August. Nach schwächeren Inflationsdaten und zurückhaltenden Fed-Kommentaren preist der Markt inzwischen eine Wahrscheinlichkeit für unveränderte Leitzinsen im Oktober (28.10.) ein - vor einer Woche waren es erst 31% (Quelle: Wall Street Journal, 1.10.26).
Mit den besten Grüssen und einen guten Wochenabschluss wünscht,
Patrick Loser
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